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Partner mit Kind - Meine besten Tipps für Stiefmamas

Hey meine Liebe,


hier findest du ein Interview, in dem ich meine besten Tipps für Bonusmamas wie dich teile. Ich hoffe, auch für dich ist mindestens ein wertvoller Impuls dabei. 😘



 


Bringt der neue Partner Kinder mit in die Beziehung, wird das frische Liebesglück herausgefordert.


Interview mit Kordi vom Stiefmutter-Magazin.


Wenn eine Frau einen Partner mit Kind(ern) kennenlernt und sich aus der Paarbeziehung eine Patchworkfamilie entwickelt, beginnt für die "frischgebackene" Stiefmama oftmals ein Gedanken- und Gefühlskarussell. Dieses dreht sich um die Bonuskinder, die Kindsmutter und die neuen Herausforderungen im Patchwork-Alltag. Kordi, Gründerin des "Stiefmutter-Magazins", ist selbst solch eine Frau. Seit mehr als zwei Jahren hilft sie Stiefmüttern im Umgang mit ihren Gefühlen, Sorgen und Problemen. Im Interview verrät sie, wie man die Rolle der Stiefmama meistern kann.


Dein Partner hat Kinder mit in die Beziehung gebracht, du selbst hast keine Kinder. Was macht eine Patchworkfamilie aus?


Kordi: Patchworkfamilien gibt es in unterschiedlichsten Formen und Varianten. Entweder bringt einer von beiden Kinder mit, beide bringen Kinder aus einer vorhergehenden Beziehung (oder Ehe) mit und manchmal kommen noch gemeinsame Kinder hinzu.


Es treffen verschiedene Vorstellungen von Erziehung, Werten, Erfahrungen und Prägungen aufeinander. Doch was alle verbindet, ist, dass mindestens ein Partner sowie dessen Kinder und Ex-Partner bereits eine Trennung erlebt haben. Und das geht nicht emotions- und spurlos an den Patchwork-Beteiligten vorbei und es macht auch etwas mit der neuen Beziehung.


Je nachdem, wie gut die ehemalige Beziehung es geschafft hat, die Trennung gut zu verarbeiten und eine gute Eltern-Ebene im Sinne der Kinder herzustellen. Nicht selten gibt es „offene Baustellen“, die in die neue Beziehung wirken. Es besteht die ständige Präsenz und Kontakt mit einer Ex-Frau sowie das Vorhandensein von Kindern, welche nicht die eigenen sind.


Diese Kinder haben eine Beziehung bereits enden (scheitern) sehen und haben nicht selten Loyalitätskonflikte oder Verlustängste, welche sich in ihrem Verhalten widerspiegeln. Der Partner mit Kind steht häufig zwischen den Stühlen und versucht es seinen Kindern, der Partnerin und der Ex-Frau recht zu machen. Macht- und Positions-Gerangel, Eifersucht und das Gefühl, dass eigene Bedürfnisse zu kurz kommen, sind keine Seltenheit.


Zudem ist es heutzutage so, dass Väter ihrer Rolle viel mehr und zeitintensiver als noch vor einigen Jahren nachkommen. Sie wollen häufig ihre Vater-Rolle einnehmen, was toll für die Kinder ist und zu mehr Zeiten bei dem Vater führt. Dadurch fühlen sich häufig die Bonus-Mütter, die vielfache Pflichten empfinden, aber keine Rechte haben, wie das 5. Rad am Wagen und es fällt vielen schwer, vor allem in den ersten Jahren, ihren Partner „teilen“ zu müssen.


Durch deine eigenen Erfahrungen hast du den Bedarf an Unterstützung von Stiefmüttern erkannt. Was sind die häufigsten Sorgen und Probleme?


Kordi: Danke für das Kompliment. Ich habe den Bedarf erkannt und auch viel durch Selbst-Erfahrung erleben dürfen. Ich hatte einen Gefühls-Cocktail aus Wut, Ohnmacht, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Überforderung und z.B. mit Eifersucht auf die Ex und die Kinder zu kämpfen. Ich gehe heute damit sehr offen und authentisch um, und es hilft anderen Stiefmüttern und Frauen mit Partner mit Kind diesen häufig schambesetzten Themen ebenfalls offen zu begegnen.


Die häufigsten Probleme sind aus meiner Erfahrung:


  • das Gefühl der Fremdbestimmung, welches nicht selten zu Streit mit dem Partner führt, welcher in der Zwickmühle steckt


  • Mit Kindern zu leben oder regelmäßig Umgang zu haben, die nicht die eigenen sind und welche durch Loyalitätskonflikte sich nicht immer sofort auf die neue Partnerin einlassen können


  • Machtgerangel und seine Rolle finden


  • belastende Gedanken und Gefühle aufgrund der Vergangenheit des Partners (das Gefühl, alles nicht das erste Mal mit ihm zu erleben wie Ehe und Kinder)


  • häufig auch alltägliche Dinge wie ungerechte / ungleiche Behandlung von Stief- und leiblichen Kindern


  • unterschiedliche Erziehungs-Vorstellungen


  • das Gefühl, das 5. Rad am Wagen nach der Ex und den Kindern zu sein


  • Manchmal auch das Thema, dass der Partner keine weiteren Kinder möchte (er hat ja schon welche und für diese fallen auch genug Kosten bzw. Unterhalt an)


Wie kann eine Stiefmutter lernen, mit diesen Belastungen besser umzugehen?


Kordi: In dem Moment, wo wir als Stiefmutter lernen, Dinge nicht persönlich zu nehmen und die Zusammenhänge und Wechselwirkungen einer Patchworkfamilie begreifen, wird vieles leichter.


Wenn wir die Dinge mit dem Herzen sehen und verstehen lernen, wenn wir in die Akzeptanz kommen von Dingen, die wir nicht ändern können (z.B. dass es eine Vergangenheit des Partners gibt, die ins Heute wirkt) und lernen, die Dinge zu ändern, die wir beeinflussen können (Verantwortung für eigene Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen, Bewertungen etc.) sind wir schon ein großes Stück weiter.


Mein Spezialgebiet besteht darin, eine Stiefmama genau in diesen vielfältigen Herausforderungen zu unterstützen, ihr bei der Akzeptanz zu helfen und sie von belastenden Gedanken und Gefühlen zu befreien.


Wie gelingen klare Regelungen in der Patchworkfamilie?


Kordi: Idealerweise beginnt die Klarheit schon bevor die neue Beziehung entsteht. Heißt: eine saubere Trennung und klare Regelungen der vorherigen Beziehung. Sprich: einen Wechsel von der alten Paar-Beziehung auf eine „erwachsene“ Eltern-Ebene.


Das empfehle ich daher auch klar deiner Community, welche ja auf der Suche nach der großen Liebe ist. Davon profitiert dann auch die spätere neue Beziehung und Patchworkfamilie. Häufig erlebe ich aber, dass genau an dieser Stelle noch Macht- und Positions-Gerangel zwischen “Ex und Next” gedanklich oder auch in echt stattfinden und nicht selten “Schuld” im Raum steht. Und das ist niemals gut.


Gegebenenfalls kann und sollte eine „produktive Trennung “ der Ursprungs-Beziehung nachgeholt werden, z.B. mit professioneller Hilfe . In der neuen Beziehung hilft aus meiner Sicht eine klare, offene und zugewandte Kommunikation, um gemeinsam einen neuen Familienalltag gestalten zu können, der für alle Beteiligten tragbar ist. Regelungen sollten auch nicht starr sein, sondern können sich den Entwicklungen der Patchworksituation anpassen und auch genauso wie man selbst, weiterentwickeln.


Was ist zu tun, wenn die Ex-Partnerin das Patchworkleben torpediert?


Kordi: Einen Punkt habe ich bereits in der Vorfrage genannt. Eine produktive Trennung nachholen ist Gold wert. Denn im Endeffekt geht es um unerfüllte Bedürfnisse, Dinge, die vielleicht noch zu klären sind. Denn ein Torpedieren passiert nicht “einfach so”.


Ohne die genauen Hintergründe und Vorgeschichte und Charaktere zu kennen, lässt sich vereinfacht sagen: Verletzte Menschen verletzen Menschen. Die Ex-Frau durchläuft verschiedene emotionale Phasen nach einer Trennung. Und diese Emotionen wirken dann nicht selten in einer - für die Bonusmutter - irritierenden Art und Weise auf die neue Beziehung ein.


Da könnte die Bonusmutter Lisa Maria oder Annette heißen. Das wäre egal. Daher ist es wirklich wichtig, dieses Verhalten nicht persönlich zu nehmen und ja, das ist verdammt schwer. Aber genau dabei unterstütze ich ja. Ich empfehle - bevor gesetzliche oder gesellschaftliche Autoritäten eingeschaltet werden - die zugewandte erwachsene Kommunikation mit der Ex-Partnerin.


Dabei ist zu ergründen, ob an den Aussagen der Ex-Partnerin etwas Wahres dran sein könnte. Man sollte ihre Meinung zumindest in Betracht ziehen. Einfach mal zuzuhören, um was es ihr geht und sie persönlich friedlich und erwachsen bitten, ihr Verhalten zu beenden.


Und wenn alles in der Macht Stehende getan worden ist, hilft schlussendlich noch die größte Fähigkeit: Die Akzeptanz und der Frieden in dir, egal was im Außen ist. Denn wir können vielleicht nicht das Verhalten der Kindsmutter verändern, aber wir können verändern, was es mit uns und unseren Gedanken und Gefühlen macht.


Eine Stiefmutter kann viel für sich tun, aber letztendlich kann sie das Verhalten der Ex, der Kinder und des Partners nur bedingt ändern. Wann ist es besser, den Partner gehen zu lassen?


Kordi: Ich empfehle definitiv in die Eigenverantwortung zu kommen und an sich zu arbeiten. Denn das macht vieles leichter. Natürlich kann ich warten, bis andere sich verändern. Aber dann stehe ich vielleicht bildlich gesprochen am Bahnhof und warte auf ein Schiff, welches vielleicht niemals kommt. Ich persönlich glaube ohnehin, dass eine Patchwork-Beziehung Champions League der Beziehungsformen ist und persönliche Entwicklung dort keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist


Wenn die Liebe stark genug ist und man seine Herzens-Wahrheit für sich gefunden hat in all den Herausforderungen, die da sind, würde ich bleiben. Wenn jedoch eigene Grenzen (und die sind ja sehr individuell) dauerhaft überschritten werden und eigene Bedürfnisse langfristig gesehen, nicht gelebt werden können, ist das vor allem auch für die eigene Beziehung zu sich selbst nicht dienlich.


Ein Nein zu einer Person oder einer Sache ist auch immer ein Ja zu sich selbst. Und ich denke es gehört dazu, Dinge und Menschen im Leben in Liebe abzulehnen. Dabei möchte ich aber betonen, dass Ablehnung und Abweisung etwas Unterschiedliches sind und die Ablehnung und das Grenzen setzen ein Akt der (Selbst)Liebe ist und auch aus der Liebe erfolgen sollte. Und die Liebe lässt uns vieles schaffen, auch wenn wir das manchmal nicht für möglich halten.


Was sind deine wichtigsten Tipps für Stiefmamas (to be)?


Kordi:

  • Dinge nicht allzu persönlich nehmen


  • Dem Partner nicht andauernd Vorwürfe für seine Vergangenheit machen


  • Nicht darauf warten, dass sich andere im Außen verändern


  • Nicht in einen Opfer- und „Schuld-zuschieb“- Modus verfallen, sondern in die erwachsene Selbstverantwortung gehen


  • Sich nicht zu sehr unter Druck setzen bzgl. eigener Erwartungen an sich selbst oder die anderen


  • Sich nicht für die eigenen Gefühle und Gedanken schämen


  • Sich Unterstützung suchen, anstatt zu meinen, alles allein meistern zu müssen

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